Wohndesign - Freiraum - Snowboarden - Wien Donaukanal
Wohndesign - Freiraum - Snowboarden - Wien Donaukanal
Angefangen hat alles beim Wohndesign. Ich habe die Geschosse analysiert, festgestellt was nötig ist (Ver- und Entsorgung, sowie die Schlafstätten) und wie viel Platz dafür mindestens benötigt wird. Den bestehenden funktionalen Raum habe ich auf das wesentliche reduziert, sodass der Wohnraum, der FREIRAUM, das größt mögliche Maß annehmen kann.
(Die Geschosse wurden nebeneinander aufgestellt.)
Das erste Modell zeigt die
funktionalen Räume (
Blau) in Blöcke aufgeteilt, der
Wohnraum ist in
weiß dargestellt.
Das zweite Modell zeigt wiederum die funktionalen Räume, diesmal allerdings im Prozentsatz, der noch durch die 0815-Aufteilung benötigt wird.
Das dritte Modell zeigt die funktionalen und notwendigen Einrichtungen aufs wesentliche reduziert (prozentual) im vorgegebenen Rahmen, der Wohnraum ist nun um ein vielfaches größer und kann je nach Bedarf genutzt werden.
Plötzlich kam von Martin die Idee das Thema Wohndesign aufs Snowboarden umzulegen.
So begann ich zu überlegen was man beim Snowboarden so alles braucht und kam u.a. auf einen Kicker und reduzierte diesen auch wieder auf das wesentliche, einen Anlauf, Absprung und die Landung. Ich ließ den Berg einfach weg (so zu sehen auch bei Wettbewerben, die in Stadien stattfinden).
Ich überlegte weiter was Wohndesign mit Snowboarden zu tun hat und kam auf den
FREIRAUM.
Vor ca. 40 Jahren flohen die Leute aus dem urbanen Raum in die Berge um dort ungestört sein zu können. Selbst in den Skigebieten waren sie ziemlich allein auf den Bergen, da die meisten Leute sich an den Liften sammelten. Die Intervalle in der die Leute hinauf befördert werden konnten waren so lange und die Tragfähigkeit der Lifte war so gering, dass sich kaum 5 Menschen an einer Kreuzung auf der Piste trafen.
Heute hingehen, wo immer mehr Leute, in immer kürzeren Abständen, eine Gondel besteigen, befindet sich kaum mehr jemand in einer Warteschlange beim Lift, sondern kracht viel eher jemand mit einem anderen zusammen bzw. kann kaum noch einen Schwung hinter dem anderen setzten, da sich alle Menschen auf der selben Piste befinden (Problemzone Pistenkreuzung, wenn z.B. zwei Pisten zu einer zusammenlaufen). Ein Pistenausbau ist auch nicht möglich, da eigentlich keine neuen Pisten mehr erschlossen werden dürfen.
Dafür werden die vorhandenen Pisten mit Masten für die Lifte und oberhalb mit Lawinenverbauungen zugestellt.
(Mehr Information zum Thema Skifahrerstrom gibt es auf www.klenkhart.at)
FREIRAUM im gesicherten Pistenbereich ist daher kaum noch möglich.
Die einzige Möglichkeit mit einem Snowboard in den Bergen FREIRAUM (im Sinne: von keine Menschen in der Nähe) zu erfahren ist im nicht gesicherten Backcountry unterwegs zu sein. Was wiederum eine Einschränkung bedeutet, da dort die Gefahr, von einer Lawine erwischt zu werden oder in eine Gletsherspalte zu fallen, besonders groß ist. Außerdem wollen alle wieder den Freiraum erleben, den sie gewohnt sind und im Tiefschnee die erste, ihre, Line ziehen. So bleibt nichts anderes übrig als nach Alaska auszuweichen (wie es in Snowboardmagazinen von den Pro’s vorgemacht wird). Aber wer kann sich das schon leisten?!
Nun kommt auch noch dazu, dass es in unseren Breitengraden immer wärmer wird und immer weniger Schnee in den tiefer gelegenen Regionen fällt. Man muss teilweise ewig lange Strecken hinter sich lassen um zu einem Hügel mit Schnee zu gelangen, was nicht besonders umweltfreundlich ist (was der ganze Wintersport im Allgemeinen nicht ist, Latschen werden umgefahren, Wälder gerodet, etc. so viel zum Thema „im Einklang mit der Natur“ und „Liebe zur Natur“ im Moment einmal).
Wenn man nun gar keine Möglichkeit sieht innerhalb der nächsten paar Stunden zu einem schneereichen Berg zu gelangen, muss man sich eben anders helfen. Auch, wenn man dabei nicht zu seinem Freiraum gelangt, man kann zumindest seiner Leidenschaft frönen. So kommt es, dass in Deutschland, Dubai, den Niederlanden und in anderen schneearmen Regionen
SKIHALLEN gebaut werden. Kein Himmel in Sicht, aber man kann sich austoben und die Bedingungen sind meist hervorragend und gleichbleibend.
Xscape Castleford - Slide Box auf
YouTube.com ansehen (
http://www.youtube.com/watch?v=Uw28JQCpuDw∞)
(Auch ich war schon in einer Halle boarden. Im Sommer. Draußen 35°C, drinnen –5°C... es macht irrsinnig Spaß, da man dort nichts anderes macht als zu boarden und Leute da sind, denen es mindestens genauso viel Spaß macht, wer sonst würde im Hochsommer kilometerweit fahren nur um in einer Halle zu stehen, wenn nicht die die es lieben. Vergleich Philipp Schusters Artikel zum Skateboarden in Abrisshäusern im Winter. Geimeinschaftliches Saubermachen und -halten, damit man sich draußen nicht die Finger abfriert und es einen über Kieselsteine zerwürfelt.
Aber irgendetwas geht einem schon in einer Halle im Sommer ab.)

Mein nasser Popo in Senftenberg.
In anderen Regionen will man nicht auf den Himmel verzichten und errichtet einfach
DRY SLOPES.
Dry ski slope auf
YouTube.com ansehen (
http://www.youtube.com/watch?v=hiT9_955d-Q&feature=related∞)

Foto ist aus dem Pleasure Snowboardmagazin
http://en.wikipedia.org/wiki/Artificial_ski_slopes∞
home made dry slope auf
YouTube.com ansehen (
http://www.youtube.com/watch?v=w4WEE44h2xY∞)
Pembrey Dry Slope Movie ( Pembrey Country Park ) Ski Centre auf
YouTube.com ansehen (
http://www.youtube.com/watch?v=NcTN7lqRA4A&feature=related∞)
Wenigstens rutscht man beim Hinfallen nicht unendlich weiter, wie auf Schnee.
Slam like a Slate auf
YouTube.com ansehen (
http://www.youtube.com/watch?v=ctYIu3O8AEQ&feature=related∞)
In Finnland und wo es sonst noch nicht viele Schneeberge gibt, wird einfach der
URBANE RAUM unsicher gemacht. Es wird auf Handläufen (Rails) rumgerutscht, auf Wänden entlang gefahren, von Häusern gedropt. Jedes Hindernis stellt den Weg dar und man kann wieder in der Stadt FREIRAUM genießen, solange keine Securities kommen und einen verscheuchen oder die Polizei.

Foto ist aus dem Pleasure Snowboardmagazin
Das „Rumgerutsche“ in der Stadt macht sogar so vielen Leuten Spaß, dass sogar Handläufe von Treppen, samt Treppen, in Snowparks auf den Bergen aufgestellt werden. Bizarr, jeder Trend wird für die eigenen Bedürfnisse angenommen und angepasst. Von der Stadt auf den Berg, vom Berg weg in die Stadt, von der Stadt wieder retour zum Berg,....
Ich habe mir schon oft gedacht, dass man in Wien gut fahren könnte. Sei es nun, dass man einen Kicker auf der Wagenwiese baut (sollte es mal in Wien kräftig schneien) oder Eis von der Albert Schultz Halle holt und irgendetwas anderes damit in Wien „fahrbar“ macht.
TEXT WIRD FORTGESETZT
Nur nicht schüchtern sein und Kommentare zum Inhalt der Arbeit abgeben.