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Verein zur artgerechten Haltung der Frau

(Projekt "History Stills" / Kunstgeschichte)


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Le Corbusier war einer der bedeutendsten Architekten des 20. Jahrhunderts und seine Arbeiten finden bis heute Eingang
in Architekturtheorie und -praxis.

Dies lässt aufhorchen, wenn man sich mit Le Corbusiers dichotomen Weltbild (Mann = Geist und Verstand = geometrische Ordnung = Stadt / Frau = Gefühl und Körper = formloses Chaos = Natur) auseinandersetzt und seine Visionen von der Wiederherstellung der männlichen Hegemonie und Dominanz in der Stadt sowie seine traditionellen Vorstellungen der männlichen und weiblichen Rollenverteilung ansieht.

Le Corbusier kritisierte die zunehmende Erwerbstätigkeit der Frauen mit folgenden Worten: … „Die Frau wird dadurch der Familie, der eigentlichen Keimzelle der Gesellschaft, entrissen. Die Forderungen der Frauenbewegung nach „weiblicher Freiheit“ sind ein großer Irrtum und eine irreführende Illusion. Die Frau an ihren Herd, zu ihren Kindern, als Hüterin von Heim und Familie. Die Küche soll dabei das – auch architektonisch herauszuhebende – Organisations- und Verwaltungszentrum sein, von dem aus die moderne Hausfrau die Geschicke der Familie professionell lenkt.“ …

So verwundert es auch nicht, dass in einer seiner wichtigsten Entwicklungen, dem Modulor, der weibliche Körper keine Rolle spielt.



Die Frau wird zum Haus- und Nutztier (d.h. sie wird domestiziert und stellt somit keine Gefahr mehr für die männliche Ordnung dar)
und die Küche zu ihrem optimalen Lebensraum.

Man ist sehr bemüht um eine artgerechte Haltung, die Frau ist ja schließlich für den gesamten Haushalt und die Kinderbetreuung zuständig. Da hat sie doch ein passend auf sie abgestimmtes Habitat verdient. Zufriedene, gut gehaltene Hausgenossinnen sind bekanntlich auch weitaus zutraulicher und erledigen ihre Arbeit mit viel mehr Freude.

Daher geht man in der Küchenplanung auch gerne auf die weiblichen Proportionen ein und nimmt nicht, wie sonst in der Architektur,
den männlichen Körper als Maß der Dinge.






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