ID KOLCHOSE
And YES, it IS a WiKi, so JOIN and EDIT
SSemesterProjekt • BesitzerIn: LenAbsynthia  |  Seitenende  
Ich möchte mal kurz mein Projekt für das Sommersemester, an dem ich arbeite, vorstellen.


Projekt: Weiterführung des 5-Sekunden-Projekts zur „Aufgezwungene Emotionen“



Über lange Umwege bin ich nun von meinem „5-Sekunden-Projekt“ zu meiner jetzigen Arbeit gekommen. Anfangs wollte ich beim Schreiben bleiben; Fotografieren und Texte dazu schreiben, nur gibt es da wieder rechtliche Probleme, da ich gerne diverse Leute auf der Straße mit
eingebunden hätte. Dann bin ich auf die Idee mit den Emotionen gekommen; ich wollte eben zu diversen Fotos meine Emotionen schriftlich festlegen und dann anderen Leuten diese Texte vorlesen- auch zu weit hergeholt. Schlussendlich habe ich beschlossen Fotos zu schießen und dann Musik dazu zu schreiben, so, wie sie mir beim Betrachten in den Sinn kommt.

Inzwischen arbeite ich bereits daran und musste feststellen, dass ich mich wahrscheinlich nur auf ein Stück konzentrieren kann, da alles andere ausufern würde. Ich schreibe gerade an einem Stück, inspiriert von einem Foto, für Klavier und Saxophon. Weiters möchte ich es dann im Tonstudio einspielen und so zusammenschneiden, dass Klavier und Saxophon zusammen das Stück ergeben, das man zum Betrachten des Fotos hören wird. Der endgültige Datenträger bzw. das Präsentationsmedium wird eine CD oder DVD sein.

Die Schwierigkeit für mich ist derzeit, dass ich zwar wohl Noten lesen, sowie schreiben kann, aber meine Mitschriften wenig brauchbar sind und so werde ich mich in den Osterferien mit meinem Klavierlehrer in Salzburg zusammensetzen und ein ordentliches Notenblatt erstellen. Ab diesem Zeitpunkt kann ich dann auch erste Fotos und Bilder ins Netz stellen.





Inzwischen weiß ich mehr, Martin hat mich auf die gute Idee gebracht, das laufende Porjekt- die Stachelschweine- mit meinem Klavierstück zu verbrinden, was ich sehr gut finde, da mir das Foto noch fehlt und in meinem Stück liegt wirklich die Dynamik und die Variation der Themen, die sich in diesen Stachelschweingebilden wiederfinden lässt.

Generell möchte ich eben darauf hinaus, dass die Emotionen, die ich beim Betrachten diverser Bilder empfinde, in Musik umwandel. Genauso gut könnte man ein Acrylbild dazu malen, einen eigenen Comicstrip entwerfen oder gar eine Geschichte schreiben. Ich möchte deshalb bei der Musik bleiben, weil es mir immer wieder so geht, dass ich Bilder, Fotos, Gemälde sehe und sofort eine Melodie dazu im Kopf habe. Klar könnte auch jedes Medium für sich stehen und würde selbst schon genügend aussagen, mir geht es aber um die Kombination. Sax und Klavier deshalb, da ich "nur" diese beiden Instrumente spiele. Aber ich bin für jeden weiteren Denkanstoß offen!



Zwischenstand - Zwischenpräsentation



Nach der gestrigen Kritik bei der Zwischenpräsentation, die für mich sehr kontruktiv und anregend war, habe ich zum einen versucht, zu dem Spaghetti/Stäbchen Gebilde erneut Musik zu spielen. Diesmal aber nicht inspiriert davon, so wie bei letzten Mal, sondern wirklich von diesem Foto als Notation ausgehend:

http://www.flickr.com/photos/37477048@N02/3449618953/

Weiters habe ich mir dann gedacht, wenn ich im Stande sein müsste, Notationen zu lesen, bzw. da ich sowieso die "Fähigkeit" besitze, zu Bildern sofort eine Melodie im Kopf zu bekommen, so müsste es auch umgekehrt möglich sein. Das heißt, ich müsste genauso auch Musik hören können und Notationen da schreiben können. Irrsinnig spannend, da ich gerade an der Carmina Burana arbeite. Allerdings muss ich mich schon fragen, bzw. bitte um Kommentare bzg.: wie weit kann man rein theoretisch wirklich hergehen und von bekannten, WELTbekannten Stücken Notationen schreiben?



Vom meinen persönlichen Grenzen über den inneren Konflikt bis hin zur Weiterentwicklung



Ich habe erkannt, dass ich an meine persönlichen Grenzen gestoßen bin, da ich viel zu festgefahren bin auf den klassischen Instrumentenunterricht bzw. -gebrauch. Ich habe mich soweit mal über Notationen erkundigt, mir Sachen von John Cage angeschaut, immer wieder ausprobiert, beide Varianten- zum Einen das Spielen zu dem Foto, zum Anderen das Zeichnen/Malen/Umsetzen von der Carmina Burana. Was dabei für mich sehr interessant war, ist die Erkenntnis darüber, dass ich enorm an Regeln und Strukturen festhalte und nur schwer bis gar nicht aus diesem System ausbrechen kann. Mitunter sicher weil ich eben durch die klassische Schule gegangen bin und eine gewissen Form der "Richtigkeit" (würde ich es mal nennen) erlernt habe, die nun mal gewisse Regeln besagt.

Daher war es jetzt für mich interessant zu sehen und erfahren, wie andere damit umgehen. Ich habe drei Versuche gemacht (und einen weiteren mit mir):

1) Katja, 9 Jahre, sehr intelligent, lernt seit ein paar Monaten Klavier, spielt seit 2 Jahren Geige, Musikverständnis, aber noch nicht im klassischen System gefangen.

2) Nini, 7 Jahre, kleiner Schussel und Chaot, spielt seit kurzem Blockflöte, Grundkenntnisse von Noten im spielerischen Sinne erlernt.

3) Pia (meine Schwester), 19 Jahre, sehr intelligent, sehr perfektionistisch, spielt seit 10 Jahren Klarinette, Musik- sowie Theorieverständnis, nie Klavier oder Sax gespielt.

( Nini und Katja sind Geschwister- meiner "Kindersitten-Kinder". Bei den Aufnahmen habe ich sie bewusst getrennt, damit sie sich nicht gegenseitig beeinflussen konnten.)

Nini & Katja: http://www.flickr.com/photos/37477048@N02/3519121082/
Pia: http://www.flickr.com/photos/37477048@N02/3518325501/in/photostream/

(Mit dem Videos-Hochladen über Youtube habe ich noch Probleme, werden nachgetragen.)


Versuch 1, Katja:
Ich habe ihr das Foto aufs Klavier gestellt und ihr folgende Anweisungen gegeben:
1) Wenn möglich "durchspielen"- quasi bis man es fertig "gelesen" hat
2) Nicht nachdenken
3) Nichts vorab im Kopf zurechtlegen
4) Einfach das umsetzen, was ihr beim "lesen"/betrachten in den Sinn kommt.
Zitat danach: Es war witzig nicht nach Noten spielen zu müssen, sondern nach einem Bild. Ich habe beim Spielen auf die Punkte (=Verknüpfungen) im Bild geachtet und nichts gespielt, was ich kannte.

Versuch 2, Nini:
Ich habe auch ihr einfach nur das Foto hingestellt und die gleichen Anweisungen gegeben.
Zitat danach: Mir fällt es leichter nach Noten zu spielen, weil es sich so komisch anhört und bei den Noten weiß ich, dass es stimmt.

Versuch 3, Pia:
Gleiche Vorgehensweise mit gleichen Anweisung, allerdings vermehrter Hinweis nicht ans System zu denken.
Zitat danach: Ich musste es auch von links nach rechts lesen. Zweiter Versuch umgekehrt: Es geht schon andersrum auch, aber es ist ur schwierig, der mittlere Teil sowieso, weil man fast drei Hände braucht. Dritter Versuch mit mir als dritte Hand: Seltsam.

Versuch 3.2., Pia, Saxophon:
Zitat: Am Klavier ist es einfacher für mich, da sich das Sax ähnlich spielen lässt wie die Klarinette und ich nicht mehr so frei spielen kann. Außerdem kann man am Klavier mehrere Hände nehmen und mit dem Saxophon kann man gewissermaßen immer nur eine Sache spielen.


Versuch 3.2.2, ich noch mal mit dem Saxophon
Für mich persönlich noch schwieriger als am Klavier, obwohl ich das Saxophonspielen weniger beherrsche. Pia über mich: Du hast nur darauf geachtet, dass die Töne zampassen und halbwegs ordentlich klingen und nicht so sehr darauf, was das Bild aussagt.


Danach habe ich Pia noch das umgekehrte Verfahren machen lassen: zur Carmina Burana zeichnen, was sehr gut gelungen ist, obwohl Pia ziemlich Hemmungen hat vor anderen und überhaupt zu zeichnen, da sie es- wie sie sagt- überhaupt nicht kann. Um so interessanter war es für mich zu sehen, wie unbeschwert und ungehemmt man an solch ein Thema herangehen kann, wenn man noch nicht in diesem System von Wissen über Richtig und Falsch, über Regeln und Strukturen festhängt. Eine Wahnsinnsarbeit- in meinen Augen- die dabei rausgekommen ist!


Fasching Lena


Ps: Ich habe mich erkundigt und erfahren, dass mit meinem Mobile Internet der Upload nicht wirklich möglich ist, daher muss ich warten, bis ich wieder zu einem Fixmodem komme (zu Hause), daher wird es noch eine Zeit dauern, bis ich die Aufnahmen raufladen kann.

 Kommentare (4) [Kommentare ausblenden]
hm, klingt sehr interessant. trotzdem hätte ich fragen:
setzt du deine emotionen die du beim betrachten des fotos empfindest in musik um oder schreibst du musik um beim betrachter emotionen hervorzurufen? braucht es - wenn man die musik hat - dann das foto überhaupt noch? braucht es - wenn man das foto hat - die musik? warum die besetzung klavier und sax? was bedeuten für dich überhaupt die begriffe "musik" und "emotion"?
... mir würden jetzt noch ein paar mehr fragen einfallen aber ich möchte das hier nur mal so als denkanstoß hinterlassen.
lg
(2009-03-30 21:31:05) CarLos
wieder mal muss ich für einen ausführlichen kommentar eine neue seite machen da hier zu wenig platz ist: LangkommentarLena
lg
(2009-04-04 15:41:43) CarLos
"wie weit kann man rein theoretisch wirklich hergehen und von bekannten, WELTbekannten Stücken Notationen schreiben?"

warum sollte es da irgendwelche grenzen geben?
(2009-04-18 17:50:32) CarLos
weil doch irgendwo auch das urheberrecht eine rolle spielt, oder nicht? nicht unbedingt von meiner seite her, keine frege, mich interessiert nur wirklich der ganze background daher auch diese vielen theoretischen fragen....
(2009-04-22 18:11:30) LenAbsynthia