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ProjektWoche:

Werkstättenübergreifendes Arbeiten an der wiener kunst schule. Während der Projektwoche setzt der reguläre Unterricht zugunsten werkstättenübergreifenden Kooperationen aus. In unterschiedlichen Projektgruppen, die sich je nach Bedarf aus Werkstättenleiterinnen, Studierenden, LV-Leiterinnen und externen Kulturistitutionen/Personen zusammensetzen, werden zuvor vereinbarte Themenstellungen bearbeitet.


wiener kunst schule: Projektwoche 06 / Überlebensstrategien am Kunst(Markt)

ProjektWoche06

expo06 – redaktionsschluss: „wir arbeiten immer und schlafen nie.....“ – ein Zeitungsprojekt

(Christoph Nebel, Martin Huber, Claudia Slanar)

Überleben bedeutet nicht zuletzt Arbeit. Diese jedoch ist breit gefächert: von ökonomischer Erwerbsarbeit bis zu unbezahlter, oft ideeller Arbeit. Gerade im Kunstfeld verschwimmen diese Bereiche sehr oft, sind ständigen Neudefinitionen unterworfen und letztendlich dem Bemühen geschuldet, sich als Subjekt, permanent neu zu erfinden oder zu definieren.
Gleichzeitig bedeutet dies ebenso eine fortdauernde Auseinandersetzung mit der Öffentlichkeit, die sich als genauso heterogen und wandelbar darstellt.
Das Projekt expo06 – redaktionsschluss stell den Versuch dar, beide Bereiche zusammenzuführen, Überlebensstrategien aufzuzeigen und dabei die eigenen Produktions- und Arbeitsbedingungen zu reflektieren bzw. sichtbar zu machen!
Dies soll anhand zweier Module geschehen, die ineinander greifen:

MODUL 1

– Abteilung Interdisziplinär, Christoph Nebel, Claudia Slanar
Wir gehen von dem in letzter Zeit gerade auch im Kunstfeld immer öfter diskutierten Begriff der Arbeit aus: Einerseits wird vom Verschwinden körperlich manueller Arbeit gesprochen und die postforditische Arbeitswelt postuliert. Andererseits werden „Alternativen“ wie selbständige, hoch-vernetzte Kreativ-Arbeit als neues „Erfolgsmodell“ gesehen, wobei die ökonomischen Bedingungen dieser Arbeitsform sehr oft „beschönigend“ dargestellt oder überhaupt ausgeklammert sind.
Gibt es gerade im Kunstfeld Alternativen dazu bzw. wie stellen sich diese Arbeitsverhältnisse in gängigen Diskursen dar? Wie kann ich in einem bestimmten Feld überleben und gleichzeitig meine Produktionsverhältnisse und –bedingungen thematisieren? Diese Überlegungen bilden den Ausgangspunkt von Modul 1 bzw. sollen mit den StudentInnen in einem ersten Schritt erarbeitet werden.

Kernfragen von Modul 1 sind:
Welche Inhalte sollen vermittelt werden?
Wie gestalte ich Texte/Arbeiten zum Thema, die der Form entsprechen können?
Welche Prozesse werden dadurch ausgelöst und
Inwiefern sind diese steuerbar?

Anhand von Recherchen, Vorstellung und Diskussion diverser Projekte aus den Bereichen Bildende Kunst (museum in progress, rolling boards/EU Projekt), Literatur (Marlene Streeruwitz, Kathrin Röggla, etc..), Film und multidisziplinären Zeitungsprojekten (malmoe, eipcp) sollen Inhalte zusammengefasst und als Ausgangspunkte zur Erstellung von eigenen Arbeiten für den Folder/die Zeitschrift „redaktionsschluss“ genutzt werden.
Ziel ist die inhaltliche wie formale Auseinandersetzung und Konzeption eines Zeitschriften-prototypen als Vermittlungsinstrument zwischen Disziplinen und Öffentlichkeiten.

MODUL 2

– Abteilung Räumliches Gestalten, Martin Huber
Um im „freien“ Kunstmarkt zu überleben, muß jemand wissen, dass man/frau überhaupt existiert. Neben der Präsenz im Internet und Veranstatlungen braucht es zur aktiven Öffentlichkeitsarbeit eine kontinuierliche Dokumentation über Arbeitsprozesse, Teilnahmen am Kunstbetrieb und Aktivitäten in dreidimensionaler Form.
Ein Booklet, ein Folder eine Zeitung eine Broschüre muß her.
Der Markt ist voll von Informationsträgern, Gratiskarten, Veranstaltungskalendern und Ankündigungen in Papierform, die alle miteinander sofern sie überhaupt Beachtung finden in den Kreislauf der Altpapierverwertung eintreten, sobald sie die Druckereien verlassen.

expo06 - redaktionsschluss ist ein Folder der als Informationsträger für Arbeitsprozesse, Veranstaltungen Komentare und Artikel dient aber zugleich über seine Gestaltung in die Lebenswelt der Leser unmittelbar eintritt. Zu diesem Zweck behält das Werk zwar für den Wiedererkennungszweck immer das gleiche Format, doch ändert sich jedesmal aufs Neue die Benutzung. Einmal entfaltet sich ein Plakat, einmal läßt er sich als Toilettenpapier benutzen, einmal ist er eine Häkelanleitung für eine Spitzendecke, einmal kann man sich eine Flieger daraus basteln, einmal wird der Folder zum Hut, . . .
Arbeitsziel für die StudentInnen ist es über ein Low Budget-Papierformat den Weg von der „geschlossennen“ Community an die Öffentlichkeit zu finden.

Kernfragen von Modul 2 sind:
Was möchte ich vermitteln?
Wie bringe ich meine Informationen an die Frau/an den Mann?
Wie kann ich das Objekt gestalten?

Ziel ist die Erstellung eines Prototyps, der in der Auflage von 100 Stück in Eigenarbeit herstellbar sein muss, die Materialkosten eines Exemplares dürfen 10 Cent nicht überschreiten. Dafür steht den StudentInnen eine Arbeitszeit von 40 Stunden bis zur Fertigstellung zur Verfügung.

Neben der praktischen Erstellung eines Folder verlangt dieser Workshop von den StudentInnen eine besonders effiziente Arbeitsweise in Hinblick auf die Materialverwendung, die Kosten von 10 € für 100 Stück und die mögliche Arbeitszeit von genau 40 Stunden. Dies fordert besonders in der Betreuung des Workshops ein durchstrukturiertes Programm, um die gesteckten Ziele erreichen zu können.

Workshop: Mo-Fr 10-18Uhr
Anzahl der teilnehmenden StudentInnen beider Module: max. 25 !!!


  • Projektwoche 05 - Interdisziplinäre Klasse
Emanzipatorische Blickwinkel:
Opfermythos/Ausblendung/Identitätskonstruktionen/Widerstand


Zielsetzung
In enger Auseinandersetzung mit im Feld wissenschaftlich oder praktisch tätigen
Gruppierungen sollen themenspezifische Recherchen und Diskussionen durchgeführt werden.
Die Studierenden werden angehalten, im speziellen die politischen Strategien der
Gruppierungen zu dokumentieren, zu reflektieren und auf ihre eigene künstlerische Arbeit zu
beziehen, allenfalls zu integrieren.
Herangehensweise
Gemeinsam mit den Teilnehmer/innen wurde das Konzept modifiziert und die Ästhetisch-praktische Auseinandersetzung mit den im Projektwochenseminar (Februar 2005) präsentierten Themen gesucht. So entstanden zwei Videoarbeiten, die sich diesen einerseits auf dokumentarischer, andererseits auf experimenteller Ebene näherten: In "Stimmen aus Österreich 2005" überprüfen Stefanie Victoria Brottrager und Sabine Hällwerth zwei Aussagen des Nationalratspräsidenten Andreas Khol anlässlich der Jubiläumsfeiern zum Staatsvertrag auf deren Wahrheitsgehalt. Paul Krimmer und Kevin Rausch hingegen verbinden in "The Whistler from Vienna" Staatssymbole mit weinselig-larmoyanter, volkstümlicher Musik zu einer kurzen Reflexion über die Österreichische Mentalität.(Claudia Slanar, Christoph Nebel)
zum ProjektwochenSeminar05
Themenseminar Projektwoche 2005 WiderstanD

  • Projektwoche 2004 - Interdisziplinäre Klasse
Heimat Sprache > proverbs - Audioprojekt von Studierenden der wiener kunst schule in Zusammenarbeit mit Hanna Schimek, Dagmar Frühwald und Alexis Neuberg (RAI)

Ausgangspunkt des Projektes war die "work in progress" Heimat Sprache >proverbs, die für "Flüchtig daheim" (SOHO in Ottakring 2003) von den Künstlerinnen Hanna Schimek und Dagmar Frühwald initiiert wurde: im Zuge dieser Arbeit sammelten die beiden Sprichwörter von in Wien-Ottakring ansässigen Vertreter/innen verschiedenster Kulturen, die jene mündlich überlieferten, erklärten und kontextualisierten.
Sprache als identitätsstiftendes Element einer Kultur sowie als Kommunikationsmittel im interkulturellen Austausch war somit für uns der Ausgangspunkt um auf der "Tonebene" weiterzudenken: Ausgehend von dem vorhandenen "Pool" an Sprichwörtern sollte ein Hörspiel/eine Radiosendung für Radio Afrika gestaltet werden. Das "Hörspiel" schien uns dabei die ideale Form, um einen experimentellen Umgang mit den (noch zu produzierenden) Texten und Originalaufnahmen zuzulassen.
Nach mehreren Treffen und intensivem Gedankenaustausch wurde eine Reise zum Entstehungsort des Projektes, zum Brunnenmarkt, als "Fluchtlinie" festgelegt, anhand derer unterschiedlichste Zugangsweisen verhandelt werden: verschiedene Stationen dieser Reise bzw. ihr soziokultureller Raum sollten durch akustische Aufnahmen (Interviews, Sound, etc..) präsent sein und so einen Rahmen für die poetisch-narrativen Texte, die von den Studierenden aus den vorhandenen Sprichworten verfasst wurden, bieten. Dass dieses Projekt noch einen "Subplot" über das Scheitern an elektronischen Aufzeichnungsmedien und den Zusammenprall unterschiedlicher Konzepte, die laufend an veränderte Gegebenheiten angepasst werden mussten, in sich barg, war zu diesem Zeitpunkt noch niemandem klar.
In der finalen Zusammenarbeit mit Alexis Neuberg (RAI) wurden im Funkhaus-Tonstudio Texte aufgenommen, Konzepte abermals adaptiert, nochmals aufgenommen und schliesslich eine Kurzfassung für Radio Afrika International erstellt, die die Schwierigkeiten der Kommunikation über dieselben Begriffe in unterschiedlichen Sprachen thematisierte (das Trennende im Verbindenden), was uns letztendlich programmatisch für das ganze Projekt erschien.
"Verloren in der Übersetzung", wurde am 13. Mai 2004 auf Radio Afrika International gesendet, vom "Subplot" war nichts mehr zu hören...
mit: Pia Demel, Polly Delcheva, Franziska Hagenauer, Michael Lerchl, Kevin Rausch, Paul Krimmer, Vera Ättl, David Postl, Klaus Trettensteiner, Carmen Völker, Christoph Nebel, Alexandra von Stromberg, Claudia Slanar
zum HoerSpiel


  • Projektwoche 2003 Interdisziplinäre Klasse
KONZEPT Pilotprojektwoche 2003 >diss`play<
    • diss`play
      • (Dissensiont; abweichender Meinung
      • Play; Spiel, Schauspiel, Spielraum
      • Display; Schaufenster, zur Schau stellen)
      • 'Dissen': Eine interaktive Praktik zur Verhandlung von Charakter und Status in Peer-Groups männlicher Jugendlicher
Während der Pilot-Projektwoche der wiener kunst schule werden die Schaufenster in der U-Bahn Station Kliebergasse mit den unterschiedlichsten Bild- und Text-Medien bespielt.
Ausgangspunkt sind die Meldungen der Massenmedien während der Projektwoche. Diese werden gesammelt, aufgezeichnet und gespeichert, um dann in einem zweiten Schritt hinterfragt, auf ihre Verwendbarkeit untersucht und analysiert zu werden. Von diesem Material ausgehend, wird mit den unterschiedlichsten Herangehensweisen und Strategien dieses Material in einer spielerischen Weise verändert, manipuliert, persifliert, konterkariert und für das diss`play aufbereitet.

Teamwork-Ablaufszenario:
      • Observationsteam: beobachtet und sammelt Bilder, Texte, Headlines, Werbungen, Nachrichten etc. aus den Massenmedien Fernsehen, Tageszeitungen, Internet und Radio
      • Transformationsteam: verändert, manipuliert, persifliert, konterkariert das Material und bereitet es für das diss´play auf
      • Speditionsteam: transportiert das bearbeitete Material von den Observations- und Transformationsorten in die diss`play Station Kliebergasse und zurück
      • diss`playteam: installiert und updatet fortlaufend die Materialien in der Kliebergasse
      • Feedbackteam: beobachtet die Reaktionen der Passantinnen in der U-Bahn Station Kliebergasse , interviewt und dokumentiert das Projekt diss´play. Dieses Team betreut auch ein Mini-diss`play (TV-Monitor & Videoplayer) an der wiener kunst schule und liefert material an die Redaktionsgruppe der Projektwoche
Alle Teilnehmerinnen wechseln während des Projekts die Teams und durchlaufen so alle Funktionen.
diss´Play Fotos

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